Jeder kennt das typische Klischee, daß in England alle Häuser und alle Straßen gleich aussehen. Dies ist zwar nicht ganz der Fall, allerdings gibt es Wohngegenden, die sehr momoton aussehen. Dies liegt vor allem daran, daß Straßenzüge hier oftmals in einem Ritt gebaut werden, alle Häuser auf dieser Straße haben exakt die gleiche Architektur, die einzige Individualität kommt durch eine Gartengestaltung (sofern vorhanden) sowie Änderungen der Besitzer zustande.
Prinzipiell gibt es drei Arten von Häusern. Das sind zum einen die typisch englischen Reihenhäuser ("terraced"), Doppelhaushälften ("semi-detached") sowie Einfamilienhäuser ("detached").
Reihenhäuser
Die englischen Reihenhäuser sind - mit Verlaub gesagt - entweder scheußlich oder noch schlimmer. Die Hausbreite ist extrem schmal, zusätzlich ist die Raumaufteilung oft nicht sonderlich gut gelungen (die Engländer nennen es dann hochtrabend 'traditionell'). In Deutschald gibt es hauptsächlich Reihenhäuser mit einer handvoll Eingängen, so daß sich die Gesamtlänge aller Häuser in Grenzen hält. Hier in England findet man problemlos 200 und mehr Meter Haus.
Im allgemeinen kann man annehmen, daß Reihenhäuser vor allem in mittleren bis schlechten Gegenden sehr häufig sind. In mittleren Gegenden haben die Reihenhäuser einen wenige Quadratmeter großen Vorgarten, in schlechten geht die Eingangstür dagegen direkt auf den Bürgersteig.
Da die Häuser meistens gebaut wurden, als Pferdekutschen aktuell war, aber nicht jeder eine eigene Kutze hatte, heutzutage allerdings jede Familie mindestens ein Auto besitzt, sieht die Parkplatzsituation entsprechend bescheiden aus. Viele Häuser, deren Vorgarten groß genug für ein Auto ist, haben diesen Vorgarten in einen Parkplatz umgewandelt - damit haben die Besitzer zwar einen Parkplatz, allerdings ist das wenige Grün, daß diese Straßen haben, damit auch weg.
Ansonsten stehen die Autos auf der Straße. Ohne die parkenden Autos sind die Straßen normal breit, wenn auch beiden Seiten geparkt wird, wird es im besten Fall recht eng, ansonsten kann immer nur eine Richtung fahren. Die Spiegelverlustrate ist in diesen Gebieten recht hoch, außerdem haben eine nicht kleine Anzahl Autos nette Verzierungen an den Seiten.
Doppel- und Einzelhäuser
Bessere Gegenden bestehen vor allem aus Doppel- und Einzelhäusern. Die meisten dieser Häuser haben einen privaten Parkplatz vor dem Haus, viele zusätzlich eine Garage. Der Zwischenraum zwischen den Häusern ist in den meisten Fällen sehr schmal - im Extremfall nur wenige Zentimeter.
Da die Häuser allerdings normalerweise breiter sind als Reihenhäuser, findet sich deutlich mehr Bepflanzung in den Grundstücken, die Straßen sehen allgemein viel grüner aus als Straßen mit Reihenhäusern.
Wohnungen
Natürlich gibt es auch noch Wohnblocks mit Wohnungen drin. Da gibt es entweder hohe oder lange Blöcke, die eigentlich identisch mit denen in Deutschland sind. Die typischen deutschen Mehrfamilienhäuser, mit einem gemeinsamen Treppenhaus und zwei oder drei Wohnungen auf jeder Etage, gibt es allerdings nicht.
Engländer scheinen ihren privaten Eingang zu lieben. Häuser in der Größe eines Mehrfamilienhauses haben also so viele Eingänge (und Treppen), wie es Wohnungen in dem Haus gibt. Auch habe ich die Erfahrung gemacht, daß Engländer das dann nicht Wohnung nennen, sondern Haus - das klingt besser.
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