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Wohnungssuche in England

This page is about searching for rented accomodation in England. As it is aimed for Germans, it is only available in German language.

Wenn man in England angekommen ist, steht als erstes die Suche nach einer passenden Unterkuft an.
Brücke ist normalerweise nicht so bequem, ein Wohnungs-/Hauskauf fällt meist wegen mangelndem Kleingeld ins Wasser. Also ist eine gemietete Unterkuft das normalerweise gewünschte oder zumindest notwendige.

Hierbei ist zu erwähnen, daß das Mieten einer Wohnung oder eines Hauses in England recht einfach ist - zumindest wenn man hier eine Arbeit hat und sich schon einige Zeit in England aufhält (mehr dazu später)

Hinweis
Meine persönlichen Erfahrungen beziehen sich nur auf das Anmieten von Häusern. In diesem Text nutze ich die Begriffe 'Wohnung' und 'Haus' hauptsächlich als Synonym. An einigen Stellen gibt es Unterschiede zwischen dem Mieten von Wohnungen und Häusern. In diesem Fall basiert nur der auf ein Haus bezogene Teil auf eigener Erfahrung, für die Wohnungen ist es mehr oder weniger Hörensagen.

Finden einer geeigneten Immobilie
Zuerst muß man etwas geeignetes finden. Hier bieten sich diverse Internetseiten (zum Beispiel http://www.rightmove.co.uk) an, die einen großen Fundus an Wohnungen und Häusern bieten.
Weiß man schon, in welcher Gegend man wohnen will, kann man auch durch das Gebiet fahren. Zu mietende Häuser haben oftmals ein "to let" Schild, zusammen mit dem Namen der Vermietungsagentur. Die meisten dieser Agenturen sind recht lokal ausgerichtet, ein kurzer Abstecher in die gewünschte Wohngegend sollte ausreichen um herauszufinden, welche Agenturen in dieser Gegend besonders stark vertreten sind.

Gedanken zum Preis
Wenn man schon mal beim Suchen ist, sollte man sich auch Gedanken über den Preis machen, den man bereit ist zu Zahlen. Hierbei ist zu beachten, daß der Mietpreisunterschied zwischen Wohnungen und Häusern ziemlich vernachläßigbar ist. Eine Wohnung kostet ungefähr das gleiche wie ein Häuschen. Ich denke, daß spricht ganz deutlich für ein Häuschen, da hat man zumindest niemanden, der einem auf dem Kopf rumspringt (sprich: in der Wohnung darüber rumrennt).

Zusätzliche Kosten
Der Mietpreis bei Häusern ist prinzipiell Kaltmiete (sofern nicht anders vereinbart), zusätzlich muß man eine Lokalsteuer ("Council Tax") zahlen. Die Höhe des Council Tax ist abhängig vom Wert des Hauses, allerdings sollte man mit 1000 GBP pro Jahr rechnen.
Elektrizität und wenn vorhanden Gas wird normalerweise mit einem Zähler verbrauchsbezogen abgerechnet, Wasser hingegen oftmals pauschal mit einem Fixbetrag pro Tag.
Bei Wohnungen sind diese Nebenkosten manchmal enthalten, manchmal kommt zusätzlich zur Miete eine "Service charge" hinzu.

Größe der Wohnung / des Hauses
Die Größe von Wohnungen und Häusern wird hier in England normalerweise in Anzahl von Schlafzimmern angegeben.
Prinzipiell haben Wohnungen hier Wohnzimmer, Küche (manchmal auch als Teil des Wohnzimmers), Bad und eine Anzahl von Schlafzimmern. Was in Deutschland eine Einraumwohnung ist, ist hier ein Studio Appartment, eine Zweiraumwohnung ist typischerweise eine "1-bedroom" Wohnung. Diese Bezeichnung kann schnell verwirrend werden. Eine 2-bedroom Wohnung kann eine Dreiraumwohnung sein (Wohnzimmer + 2 Schlafzimmer), aber auch eine Vierraumwohnung (Wohnzimmer + Speisezimmer + 2 Schlafzimmer) oder eine Fünfraumwohnung (Wohnzimmer + Speisezimmer + Arbeitszimmer + 2 Schlafzimmer) - die letzte Variante ist aber eher selten und nur bei größeren Häusern anzutreffen.
Manchmal wird das Speisezimmer als Schlafzimmer angegeben, ein mögliches Arbeitszimmer eigentlich immer.

Möblierung
Häuser und Wohnungen werden sowohl möbliert als auch unmöbliert angeboten. Während in Deutschland eher leere Wohnungen mit weißen Wänden angeboten werden, ist in hier in England zumindest Fußbodenbelag und Tapete (oder Wandfarbe) immer schon vorhanden.
Vollmöblierte Wohnungen sind genau das - vollständig möbliert und bereit für sofortigen Einzug.
Unmöblierte Wohnungen haben oftmals trotzdem eine eingerichtete Küche ("fitted kitchen"), also Küchenmöbel, und Herd, als auch auch die "white goods", was solche Dinge wie Waschmaschine und Kühlschrank umfaßt. Nur die wenigsten Wohnungen sind komplett leer.
Viele Wohnungen sind auch als teilmöbliert angegeben, in diesem Fall weiß man nicht wirklich, wie es aussieht. Teilmöblierte Wohnungen reichen von "nahezu alles außer einem zweiten Sofa" bis zu "zumindest die Küche ist da". Unsere erste Wohnung war vollmöbliert, da war auch Besteck und Geschirr in der Küche, unsere zweite unmöbliert, die aber trotzdem eine vollständig funktionstüchtige Küche hatte inklusive der "white goods", als auch Schränke im Schlafzimmer.

Besichtigung
Hat man etwas gefunden, dann muß man mit der Vermietungsagentur einen Besichtigungstermin vereinbaren. Das läuft normalerweise unkompliziert per Telefon, alternativ kann man auch persönlich bei der Agentur vorbeischauen. Allerdings sind nicht alle Agenturen durchgängig besetzt, das Telefon ist in solchen Fällen besser (Anrufe werden Dank Weiterleitung aufs Handy trotzdem entgegengenommen)
Einige Agenturen bieten Besichtigungen nur zu den normalen Bürozeiten an (5 - 17 Uhr), andere auch später und einige am Wochenende.
Beim Vereinbaren eines Termins bekommt man die Adresse mitgeteilt, normalerweise trifft man sich mit einem Mitarbeiter der Agentur vor dem Haus.

Credit check
Hat man sich für ein Haus oder eine Wohnung entschieden, fängt der bürokratische Teil an. Als erstes muß eine Bewerbung in der Vermietungsagentur ausgefüllt werden, normalerweise werden jetzt auch die ersten Gebühren fällig, da die Vermietungsagentur als erstes eine Einschätzung Deiner Kreditwürdigkeit durchführt und dazu meist ein darauf spezialisiertes Unternehmen beauftrage (welches Du bezahlen mußt).
Als erstes muß man nachweisen, daß man der ist, der man ist. Als Deutscher hat man sowieso einen Reisepaß oder den Personalausweis, so daß dieser Teil einfach ist.
Darüberhinaus muß man auch die aktuelle Addresse nachweisen. Dies fällt schon schwerer, die Addresse im deutschen Ausweis gilt hier nicht. Da es kein zentrales Melderegister gibt, wird die Addresse normalerweise mit einem mehr oder weniger offiziellen Brief nachgewiesen, der an einen persönlich addressiert ist. In diese Kategorie fallen Rechnungen für Gas, Wasser etc, Kontoauszüge und auch einige Briefe von staatlichen Stellen.
Wenn man gerade erst in England angekommen ist, hat man diese Unterlagen verständlicherweise nicht. Das ist noch kein großes Problem, allerdings gehen dadurch normalerweise die Gebühren für den Kreditcheck nach oben.
Als nächstes muß man nachweisen, daß man sich die Wohnung auch leisten kann. Wohl dem, der schon einen unterschriebenen Arbeitsvertrag hat. Hat man den nicht, sieht es schon recht düster aus. Was genau in einem solchen Fall passiert weiß ich nicht. Ich denke, daß viele Vermietungsagenturen in diesem Fall dicht machen und man sich wieder etwas neues suchen muß. Evtl. kann man auch nachweisen, daß man genugend finanzielle Reserven hat, die müssen dann allerdings in England verfügbar sein.
Auch wenn man einen Arbeitsvertrag hat, heißt es noch lange nicht, daß man das Haus der Begierde auch bekommt. Ich selbst hatte beispielsweise den Fall, daß die Vermietungsagentur eine durchgängige Beschäftigung bei dem englischen Arbeitgeber über die letzten 6 Monate verlangt hat. Ist man gerade erst in England angekommen, heißt das im Resultat, daß man auch in diesem Fall wieder auf Haussuche gehen muß.
Im Zuge der Kreditprüfung wird auch der Arbeitgeber kontaktiert, es ist also hilfreich, den Chef vorab zu informieren, so daß dieser das Formular möglichst schnell ausgefüllt und zurückgefaxt.

Mietvertrag
Hat man den Kreditcheck überstanden, steht dem Mietvertrag nur noch der Vermieter im Weg. Da dieser aber verständlicherweise ein großes Interesse an den Einnahmen hat, sollte das kein Problem darstellen.
Der Mietvertrag hat üblicherweise eine feste Laufzeit von 6 Monaten ("Assured Shorthold Tenancy"). In diesem Zeitraum kann man praktisch nicht aus dem Vertrag aussteigen, dies gilt auch für den Vermieter. Nach Ablauf der 6 Monate kann man entweder einen neuen Vertrag mit fester Laufzeit aushandeln (dann auch gerne mit längerer Laufzeit), oder aber nichts machen, so daß sich das Mietverhältnis Monat für Monat automatisch ohne Mindestlaufzeit verlängert ("Statutory Periodic Tenancy").
Der Mieter kann jederzeit mit einem Monat Kündigungsfrist kündigen, der Vermieter mit zwei Monaten Kündigungsfrist (wenn eine feste Laufzeit vereinbart ist, natürlich erst zum Ende der Laufzeit)

Comments

Thanks!

Danke für den hilfreichen Post, bin momentan auf der Suche nach einer 3-4 Zimmerwohnung in London.
Die englischen Bezeichnungen machen das leider nicht einfacher (zB das fehlen jeglicher Größenangabe in m ² oder ft²..).

Ja, Größenangaben findet

Ja, Größenangaben findet man relativ selten, noch rarer sind Grundrisse der Wohnungen und Häuser, also eigentlich das, was man eigentlich braucht.
Als Resultat besichtigt man dann Wohnungen/Häuser, bei denen man auf den ersten Blick sieht, daß die nichts sind.
Aber da muß man durch, wenn man was gutes finden will, leider.

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